In der Zeit vom 15.-17.1o.2018 findet im Haus Villigst ein Seminar mit Freeman Dhority und Steffi Dobkowitz statt. Interessierte können hier den Dialog kennenlernen bzw. vertiefen.

Der Schwerpunkt wird in diesem Jahr bei den Themenbereichen Vergebung/Verzeihung und Resilienz liegen.

Alle Informationen finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

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Der Mannheimer Dialog unter freiem Himmel steht unter der Frage „Was ist für dich ein würdevolles Leben“. Er findet erstmals statt am 26.8.2016 auf dem Mannheimer Marktplatz.

Wir wagen damit ein spannendes Experiment: Ein Stuhlkreis auf dem Marktplatz, ein Tisch in der Mitte, Sprechgegenstände und eine Frage – mehr brauchen wir nicht, um den Versuch zu starten, der Sprachlosigkeit zwischen Menschen den Dialog entgegenzusetzen. Ein Gesprächsformat, das auf interessiertes Zuhören und authentisches Sprechen setzt.

 

Gerade Menschen mit ausgeprägten Meinungen zu den Themen unserer Zeit haben oft aus den Augen verloren, wie wichtig für die Demokratie der Abgleich von Positionen ist. In unserem Land genießen wir unsere Bürgerrechte, zu denen auch die Meinungsfreiheit gehört. Nutzen wir sie, um miteinander über wesentliche Fragen ins Gespräch zu kommen.

Weitere Infos finden Sie hier.

Bild: pixabay.com, domeckopol

 

Im Dialog e.V. beteiligt sich als Akteur auf dieser Veranstaltung – u.a. mit einem Dialog unter freiem Himmel auf dem Hans-Schalla-Platz (Samstag, 29. September, 11.30 – 12.30 Uhr)

Weitere Informationen zum Begegnungsfest finden Sie auf dem Veranstaltungsflyer sowie auf der Webseite der Veranstaltung.

Die erste Potsdamer Konferenz für Pädagogik ist dem Thema „Das Dialogische Prinzip“ gewidmet und richtet sich an Interessierte aus ganz unterschiedlichen Kontexten. Ein Themenstrang wird sich mit dem Dialogischen Lernen befassen.

PDF-Info zur Potsdamer-Konferenz 2018

P R E S S E M I T T E I L U N G

Einladung zum Dialog: „Was ist für dich ein würdevolles Leben?“

Unter dieser Fragestellung werden Mitglieder des Dialogvereins versuchen, mit den Bürgerinnen und Bürgern in Potsdam ins Gespräch zu kommen.

Am Sonntag, 25. März 2018, von 11 bis 14 Uhr, wird ein Stuhlkreis für maximal 20 Personen auf dem Alten Markt, vor dem Potsdam Museum, angeboten. 10 Mitglieder des Vereins laden Menschen aus der Bürgerschaft ein zum Dialog.

Der Dialog lebt von der Qualität des Zuhörens. Wenn ich in der Lage bin, die Beweggründe und Gefühle meines Gegenübers wirklich nachzuvollziehen, kann ein echtes Gespräch entstehen. Ein solches Gespräch im öffentlichen Rahmen zu versuchen, ist der Mühe wert.

„Wir beobachten eine zunehmende Sprachlosigkeit unter der Bevölkerung, bedingt durch sich immer weiter auseinander entwickelnde Meinungen auf nahezu allen Politikfeldern. Dieses Verstummen und Zurückweichen vor der produktiven Auseinandersetzung ist Gift für unsere Demokratie“, so Frank Schubert, einer der Initiator_innen zu den Motiven der Gruppe.

Eine weitere Gefahr ist die „Debatten-Falle“, in der dem Anderen nicht zugehört, sondern nur nach Gegenargumenten gesucht wird. Ein Ausweg aus dieser Falle ist nach Ansicht der Vereinsmitglieder das Gesprächsformat des Kreises. Der Einsatz von Sprechgegenständen ermöglicht eine Gesprächskultur, die zum Sich-Aussprechen-Können und dadurch zum besseren Verständnis und zur Entschleunigung beiträgt.

Am Vortag, Samstag 24.03.18, 10 Uhr treffen sich die Mitglieder des bundesweit aktiven Vereins Im Dialog e.V. in der Jugendherberge Potsdam zu ihrem regelmäßig stattfindenden Dialogforum.

Dialogbereite Gäste sind herzlich willkommen!


Im Dialog e. V.
Geschäftsstelle Hagen
Brockhauser Str. 16, 58089 Hagen
www.im-dialog-ev.de

 

„Wir kommen alle gerne wieder zusammen“

Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen empfinde ich oft als überraschend wunderbar. Sie sind für mich aber nicht zwingend unkompliziert . So erlebe ich das. Jetzt hatten meine Frau Ulrike und ich eine Idee. Unter dem Motto: „Dechiffrier den Code“ haben Ulrike und ich im Februar zu einem Tagesseminar eingeladen. Ulrike ist angehende Dialogprozessbegleiterin. Weil wir keine Konferenzatmosphäre wollten und auch nicht so viele Leute waren, haben wir es im Wohnzimmer genossen. Das war spitze!

Im Rahmen des Workshops hören Menschen, die sonst gerne viel reden, überraschend zu. Andere finden Raum für ihre Geschichten.
So ergeht es Francine. Bei der Frage „Wann hast du dich als fremd wahrgenommen?“ ergreift sie das Wort.
Die Lehrerin aus Goma, Demokratische Republik Kongo kenne ich seit Jahren. Darüber wie sie sich zu Beginn ihres Aufenthaltes in Deutschland gefühlt hatte, wusste ich nichts. Das hatte sie nie erzählt.

„Wir kannten gar nichts. Sie haben uns Geld gegeben und gesagt, wo wir im Supermarkt einkaufen könnten!“ erinnert sich die Mutter von vier Jungen, “aber wir waren doch mit unseren Kindern erst vor ein paar Stunden in Deutschland angekommen. Wir kannten doch gar nichts! Das war sehr schlimm für mich.“ Francine ist die Aufregung noch heute abzuspüren. „ Bei uns in Goma hätten wir die Neuankommenden bekocht, “ erzählt die Pädagogin, „ aber hier hat man uns den Schlüssel in die Hand gedrückt und uns anschließend alleine gelassen.“
Es verblüfft mich, dass die deutschen Gastgeber trotz jahrzehntelanger professioneller Erfahrungen mit internationalen Gästen deren Bedürfnisse nur bruchstückhaft kannten. Ich frage mich, wie empathisch ich wohl bin?

Auch Dirk bekommt neue Impulse. Als Lehrer der Matthias Claudius Gesamtschule in Bochum arbeitet er seit Jahren mit dem Majengo Institut Goma, DRC und dem Rainbow House of Hope Kampala, Uganda zusammen. Inzwischen hat er viele Freunde in der Hauptstadt des ostafrikanischen Landes. Er fährt hin so oft er kann. Ein alter Hase würde man sagen. Umso erstaunter war ich, als Dirk nach dem Workshop nachdenklich zusammenfasst: “Erst heute wurde mir bewusst, dass ein nein in vielen Kulturen als persönliche Ablehnung empfunden wird“.

Beim Dialog ist es wichtig, einander Raum zu geben und zuzuhören. Das Wort ist keine Waffe. Niemand soll mit Argumenten erschlagen werden. Auf einem alten Tischtuch liegen ein paar Gegenstände: ein Stein, ein Herz aus Holz, ein stacheliger Igel und eine Schublade. Diese Dinge sind nicht Teil eines Dogmas. Sie sind veränderbar aber bewusst ausgewählt.

Jean Gottfried nimmt eine kleine Schublade aus Holz. Er dreht sie in der Hand, schaut in die Runde und erzählt. „Ich hatte eben meine neue Pfarrstelle angetreten und wollte meinem Amtskollegen in der Adventszeit eine Freude machen“, sagt der promovierte Theologe, „und so bin ich mit einem Sack Kartoffeln, Reis und einer Flasche Öl mit meinen Söhnen losgegangen“. Dann stand der Kongolese in der Dämmerung vor dem Pfarrhaus. Die deutsche Frau des Kollegen öffnet die Tür. Es gab keinen Gruß. Und es kam auch nicht zu einem Vorstellen. Stattdessen provoziert die Anwesenheit des Mannes im Halbdunkel eine knappe Frage. ‚Brauchen sie Hilfe? ‘, wurde ich gefragt“, berichtet der Beauftragte für Mission, Ökumene und Weltverantwortung. Dabei schüttelt er den Kopf, um dann zu ergänzen: „Das werde ich nie vergessen!“
Obwohl sie Akademiker sind und in Deutschland arbeiten, werden sie automatisch immer wieder wie hilflose und hilfsbedürftige Menschen behandelt.
Bei dieser Episode musste ich doch sehr lachen und ich glaube, dass Jean Gottfried das gut getan hat.

Es gab bei diesem Tagesworkshop keine bezahlten Experten und keine Vorträge. Alle Teilnehmenden trugen sozusagen ihr Expertenwissen in sich. Jede einzelne Person erlebte sich hier und heute als wertvoll und freut sich auf ein nächstes Treffen. Wir haben Francine noch in die Stadt gefahren. Am Abend wollte sie für ihre Familie Kochbanen zubereiten.

Tom E. Laengner

In der Zeit vom Mai 2018 findet im Haus Villigst ein Seminar mit Freeman Dhority und Steffi Dobkowitz statt. Interessierte können hier den Dialog kennenlernen bzw. vertiefen. Alle Informationen finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

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Während meines Studiums zur Sozialpädagogin hörte ich immer wieder, dass die pädagogische Arbeit anstrengend, aber nicht direkt sichtbar sei. Pädagogik sei nun einmal kein Handwerk…

Ha! Und nun habe ich meinen Dialogkoffer, voll mit wunderbaren Werkzeugen!

Die Idee, diesen Koffer zusammen zu stellen, entstand während meiner Tätigkeit als Elternbegleiterin. Grundlage hierfür war das Buch „Eltern Stärken“ von Johannes Schopp. Ich habe während meiner Seminare „die Mitte“ gestaltet, indem ich bestimmte Gegenstände als Symbole für die „Dialogischen Kernfähigkeiten“ und „Einladung zum Dialog“ gewählt habe.

Mit dem Herzen fing alles an! Es war ein Geschenk zum Abschluss der Weiterqualifizierung zur Elternbegleiterin. Es folgte das Fragezeichen, dank einer lieben Teilnehmerin. Die meisten Impulse für meinen Koffer nahm ich neben bereichernder Kontakte aus dieser Weiterqualifizierung mit. Irgendwie haben mich dann auch die anderen Symbole nach und nach gefunden. Dieser Koffer begleitet mich nun bei allen Veranstaltungen und hat sich vor allem als eine wunderbare Einführung in den Dialog erwiesen.

Ich möchte DICH ermutigen, DEINEN DIALOGKOFFER zusammen zu stellen und für Seminare und/oder Beratung einzusetzen. Kopieren ist diesmal ausdrücklich erlaubt! Viel Spaß dabei!

Justina Klang

 


 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 10 Dialog-Werkzeuge, die als Symbole für Kompetenzen der Dialogischen Haltung stehen

Würfel

  • Die Haltung eines Lernenden verkörpern
  • Perspektive wechseln

Tiger

  • Stark sein und die eigenen Stärken kennen und wertschätzen
  • Respekt zeigen

Fenster

  • Sich öffnen
  • Produktiv plädieren – den Denkprozess offen legen

Herz

  • Von Herzen sprechen

Ohr und Watte

  • Zuhören und verstehen wollen „Watte aus dem Ohr –in den Mund“

Schnecke

  • Den Dialog verlangsamen „Entschleunigung“

Fragezeichen

  • Die Haltung eines „Nichtwissenden“ einnehmen

Goldene Brille

  • Wertschätzung zeigen
  • Den Blick nach Innen richten

Giraffe

  • Gewaltfreie Kommunikation anwenden

Feder

  • Leichtigkeit und Freiheit leben

(Copyright Fotos: Justina Klang)

mit Rechten reden – ein Leitfaden
Leo / Steinbeis / ZornKlett-Cotta 2017
ISBN 978-3-608-96181-2
183 Seiten, € 14,00

Gleich zu Beginn räumen die drei Autoren mit einer Illusion auf. Ihr Leitfaden – im Sinne eines Ratgebers How-to-do-it – ist gar keiner. Sie wollen keine Ratschläge geben und wenden sich auch nicht an eine bestimmte Zielgruppe, beispielsweise an Menschen, die sich selbst als Linke bezeichnen. Sie haben nicht den Anspruch, zu erklären, wie „man mit Rechten reden muss“, sondern sie analysieren zunächst das sogenannte Sprachspiel der Rechten. Damit bezeichnen sie eine bestimmte Art zu reden. Bei näherem Hinsehen sei „rechts“ keine eingrenzbare Menge von Überzeugungen, sondern eine reaktive Rede gegen die liberale, demokratische Öffentlichkeit, die sich in der Krise befinde.

Das Sprachspiel der Rechten besteht hauptsächlich aus Provokationen, Brechen von Tabus, unbelegten Behauptungen und kalkulierten Lügen. Sie setzen auf die darauf folgende erwartbare moralische Empörung der von ihnen verachteten Gutmenschen, die sie nutzen, um den gesellschaftlichen Diskurs immer weiter nach rechts zu verschieben. Zu dieser Strategie gehört auch die ständige Polarisierung rechts – links: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns! eine beliebte Zuspitzung aller autoritären Regime. Um diese Falle in der inhaltlichen Auseinandersetzung zu umgehen, bezeichnen sich die Autoren konsequenterweise als Nicht-Rechte. Damit wird die Trennlinie zwischen Demokraten und Nicht-Demokraten für mich tatsächlich deutlicher.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, in einen produktiven Dialog zu kommen, sehen die Autoren in einem  selbstkritischen Hinterfragen einer moralischen Haltung, die oft in dem Gewand der Überheblichkeit und des nicht verstehen Wollens daherkommt. In einem Abschnitt des Buches – das seine Inhalte in verschiedenen literarischen Formen vermittelt – wird die politische Situation in Form eines fantastischen Theaterstückes beschrieben. Alle politischen Akteure, Mehrheiten, Minderheiten, Demokratiefans und -verweigerer sowie das Publikum gestalten zusammen das Geschehen auf der Bühne. Ein großes Vergnügen für mich, die wirklich brennenden Fragen an unser Gemeinwesen in dieser gleichzeitig abstrakten und sehr konkreten Weise vor Augen geführt zu bekommen. Die „Linke“ beispielsweise hat ihren Spiegel verhängt und durch ein riesiges ideales Selbstportrait ersetzt. Die „Rechte“ erkennt die Schwachstellen in diesem Selbstbild, die Widersprüche, die Leerstellen, die Störanfälligkeit und die erwartbaren Reaktionen auf rechte Provokationen. Vor allem die Bereitschaft ihrer „Feinde“, mit verbaler oder realer Gewalt zu reagieren, nutzen Rechte für ihre Inszenierung als Opfer. Mit zunehmender Lust an der Rolle des Täters, des gerechtfertigten Rächers. Gerade diese Selbstdarstellung, die ständig zwischen Opfer und Täter hin und her wechselt, verhilft ihnen zu Sympathien von Menschen, die sich mit einem dieser Aspekte oder sogar beiden identifizieren können.

Im Dialog heißt es, Annahmen, Vermutungen und Bewertungen in der Schwebe zu halten. Bis sie einer – möglichst immer wieder erfolgenden – Überprüfung standhalten. Vielleicht wäre dieses ein Weg mit „Rechten“ ins Gespräch zu kommen: Nach Belegen für die aufgestellten Behauptungen zu fragen. Und nach den Konsequenzen einer Haltung, die auf Ausgrenzung, Abwertung und Verachtung von Menschen setzt. Die die kollektive Kraft der Selbstermächtigung als Rezept gegen Angst und Wut beschwört. Die ihr HEIL in einer nationalen Volksgemeinschaft, einer Leitkultur sieht, zu der alle „Fremden“ ausdrücklich nicht gehören.

Was lerne ich daraus? Im Kontakt mit Menschen, die erkennbar dieser Haltung anhängen, möchte ich eine fragende Zuwendung entwickeln. Statt eine moralisch aufwallende Empörung zu zeigen, die ein echtes Gespräch unmöglich macht. Im Sinne der Gewaltfreien Kommunikation möchte ich lieber auf die Appelle hinter den Worten hören. Die Schattenseiten der Globalisierung, die rücksichtslose Ver- und Entwertung von Menschenleben und Naturressourcen im Kapitalismus – all dies macht mir auch Angst und lässt mich manchmal verzweifeln. Ich verstehe mich allerdings als Weltbürger, Europäer und Rheinländer (von Geburt), in dieser Reihenfolge. Das reicht für eine „Identität“ und führt mich zu anderen Antworten. Und mein Gegenüber kann diese Antworten vielleicht besser aufnehmen, wenn ich es schaffe, respektvoll zuzuhören.

# Jens Kotulla, Mannheim 16.01.18