Gründungsveranstaltung am 3. Dezember 2017 in Potsdam (1. Advent), 10 – 17 Uhr


Es trafen sich Eva Kirchhoff, Frank Schubert und Jens Kotulla (als Initiatoren) mit André Gödecke, Beate Lieb und Doris Stalp-Kotulla. Zur Namensgebung: Die Gruppe hieß erst Dialog und Politik. Sie hat dann nach einer kurzen Zwischenstufe (Dialog in der Politik) ihren endgültigen Namen gefunden: Dialog in die Politik!

Die erste Dialog-Runde mit der Frage „Was kann eine solche Initiative bewirken?“ offenbarte die Erwartungen an die neu entstehende Gruppe: Erkunden, ob es Sinn macht, dem Dialog – wie ihn die im Verein verbundenen Menschen verstehen – auch auf dem Gebiet der Politik eine gewisse Bedeutung zu verschaffen; ins Gespräch zu kommen mit Menschen, die sich politisch nach rechts außen orientieren; der eigenen Ohnmacht angesichts der aktuellen Entwicklungen eine Sprache geben …

Als wichtige Voraussetzung wurde die Bewusstmachung des eigenen Schattens benannt. Wie gehe ich selbst mit meinen Gewaltimpulsen, meiner Verachtung, meiner Wut und Angst, meinen Zweifeln um? Wie kann es gelingen, im Kontakt zu Menschen, die ich politisch „auf der ganz anderen Seite“ verorte, in einer zuhörenden, fragenden, möglichst nicht bewertenden Haltung zu bleiben – und gleichzeitig meine eigene Position klar und leidenschaftlich zu vertreten?

Nachmittags machten wir im Babelsberger Park einen von uns spontan so genannten trialogischen Spaziergang: Zwei Dreiergruppen, bestehend aus je einem/r RepräsentantIn der politisch rechten und linken Seite und einem/r schweigenden ZuhörerIn. Nach fünf Minuten Wechsel, so dass jede/r einmal in jede Rolle schlüpfte. Die Auswertung der Übung im Dialog zeigte, dass jede_r ihre/seine drei Rollen ganz unterschiedlich erlebte. Auf der rechten Seite reichten die Erlebnisse von Scham Diskriminierendes laut auszusprechen bis „Lust mal schamlos Mist reden zu können“ bis „eigentlich wusste ich gar nicht, was ich da sagen sollte“. Auf der linken Seite gab es Gefühle von Wut und/oder Hilflosigkeit und Versuche, mit der rechten Seite nicht nur zu streiten, sondern in einen Dialog zu treten. In der Mitte war es für einige schwer zuzuhören und nicht in den Streit / die Diskussion eingreifen zu können und für andere leicht nur zuzuhören und sich innerlich abzugrenzen oder sich innerlich zurückzulehnen.

Die Schlussrunde mit der Frage „Nächste Schritte?“ führte uns zu der Entscheidung, für Sonntag, den 25. März, in Potsdam einen Dialog unter freiem Himmel zu planen. Auf dem Alten Markt – in Potsdams „Wohnzimmer“, dem frisch sanierten historischen Zentrum – werden wir vormittags einen Stuhlkreis für 20 Personen aufbauen. Für die PassantInnen soll das Motto der Aktion auf Plakaten deutlich werden: „Einladung zum Dialog“ und „Was bedeutet für dich/für Sie ein gutes Leben?“, eine sehr politische und gleichsam persönliche Frage. Schriftliche Infos über den von uns angestrebten Dialog, unsere Gruppe und den Dialogverein werden angeboten.

Vorher und begleitend läuft Pressearbeit, die lokalen PolitikerInnen sollen informiert, aber nicht ausdrücklich eingeladen werden. Zu groß erscheint uns in dieser frühen Phase die Gefahr, dass routinierte RednerInnen unsere noch sehr junge Initiative für ihre Zwecke instrumentalisieren könnten. Nachmittags planen wir in dem Raum, den Beates Babelsberger Dialogrunde nutzen kann, gemeinsam auf die Aktion zurückzublicken.

Das Treffen wurde von den Anwesenden als kraftvoll, kreativ, inspirierend und verbindend empfunden. Die Freude auf die künftige Zusammenarbeit ist groß!

12.12.17 André Gödecke, Beate Lieb, Frank Schubert, Jens Kotulla

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