„Wir kommen alle gerne wieder zusammen“

Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen empfinde ich oft als überraschend wunderbar. Sie sind für mich aber nicht zwingend unkompliziert . So erlebe ich das. Jetzt hatten meine Frau Ulrike und ich eine Idee. Unter dem Motto: „Dechiffrier den Code“ haben Ulrike und ich im Februar zu einem Tagesseminar eingeladen. Ulrike ist angehende Dialogprozessbegleiterin. Weil wir keine Konferenzatmosphäre wollten und auch nicht so viele Leute waren, haben wir es im Wohnzimmer genossen. Das war spitze!

Im Rahmen des Workshops hören Menschen, die sonst gerne viel reden, überraschend zu. Andere finden Raum für ihre Geschichten.
So ergeht es Francine. Bei der Frage „Wann hast du dich als fremd wahrgenommen?“ ergreift sie das Wort.
Die Lehrerin aus Goma, Demokratische Republik Kongo kenne ich seit Jahren. Darüber wie sie sich zu Beginn ihres Aufenthaltes in Deutschland gefühlt hatte, wusste ich nichts. Das hatte sie nie erzählt.

„Wir kannten gar nichts. Sie haben uns Geld gegeben und gesagt, wo wir im Supermarkt einkaufen könnten!“ erinnert sich die Mutter von vier Jungen, “aber wir waren doch mit unseren Kindern erst vor ein paar Stunden in Deutschland angekommen. Wir kannten doch gar nichts! Das war sehr schlimm für mich.“ Francine ist die Aufregung noch heute abzuspüren. „ Bei uns in Goma hätten wir die Neuankommenden bekocht, “ erzählt die Pädagogin, „ aber hier hat man uns den Schlüssel in die Hand gedrückt und uns anschließend alleine gelassen.“
Es verblüfft mich, dass die deutschen Gastgeber trotz jahrzehntelanger professioneller Erfahrungen mit internationalen Gästen deren Bedürfnisse nur bruchstückhaft kannten. Ich frage mich, wie empathisch ich wohl bin?

Auch Dirk bekommt neue Impulse. Als Lehrer der Matthias Claudius Gesamtschule in Bochum arbeitet er seit Jahren mit dem Majengo Institut Goma, DRC und dem Rainbow House of Hope Kampala, Uganda zusammen. Inzwischen hat er viele Freunde in der Hauptstadt des ostafrikanischen Landes. Er fährt hin so oft er kann. Ein alter Hase würde man sagen. Umso erstaunter war ich, als Dirk nach dem Workshop nachdenklich zusammenfasst: “Erst heute wurde mir bewusst, dass ein nein in vielen Kulturen als persönliche Ablehnung empfunden wird“.

Beim Dialog ist es wichtig, einander Raum zu geben und zuzuhören. Das Wort ist keine Waffe. Niemand soll mit Argumenten erschlagen werden. Auf einem alten Tischtuch liegen ein paar Gegenstände: ein Stein, ein Herz aus Holz, ein stacheliger Igel und eine Schublade. Diese Dinge sind nicht Teil eines Dogmas. Sie sind veränderbar aber bewusst ausgewählt.

Jean Gottfried nimmt eine kleine Schublade aus Holz. Er dreht sie in der Hand, schaut in die Runde und erzählt. „Ich hatte eben meine neue Pfarrstelle angetreten und wollte meinem Amtskollegen in der Adventszeit eine Freude machen“, sagt der promovierte Theologe, „und so bin ich mit einem Sack Kartoffeln, Reis und einer Flasche Öl mit meinen Söhnen losgegangen“. Dann stand der Kongolese in der Dämmerung vor dem Pfarrhaus. Die deutsche Frau des Kollegen öffnet die Tür. Es gab keinen Gruß. Und es kam auch nicht zu einem Vorstellen. Stattdessen provoziert die Anwesenheit des Mannes im Halbdunkel eine knappe Frage. ‚Brauchen sie Hilfe? ‘, wurde ich gefragt“, berichtet der Beauftragte für Mission, Ökumene und Weltverantwortung. Dabei schüttelt er den Kopf, um dann zu ergänzen: „Das werde ich nie vergessen!“
Obwohl sie Akademiker sind und in Deutschland arbeiten, werden sie automatisch immer wieder wie hilflose und hilfsbedürftige Menschen behandelt.
Bei dieser Episode musste ich doch sehr lachen und ich glaube, dass Jean Gottfried das gut getan hat.

Es gab bei diesem Tagesworkshop keine bezahlten Experten und keine Vorträge. Alle Teilnehmenden trugen sozusagen ihr Expertenwissen in sich. Jede einzelne Person erlebte sich hier und heute als wertvoll und freut sich auf ein nächstes Treffen. Wir haben Francine noch in die Stadt gefahren. Am Abend wollte sie für ihre Familie Kochbanen zubereiten.

Tom E. Laengner

Während meines Studiums zur Sozialpädagogin hörte ich immer wieder, dass die pädagogische Arbeit anstrengend, aber nicht direkt sichtbar sei. Pädagogik sei nun einmal kein Handwerk…

Ha! Und nun habe ich meinen Dialogkoffer, voll mit wunderbaren Werkzeugen!

Die Idee, diesen Koffer zusammen zu stellen, entstand während meiner Tätigkeit als Elternbegleiterin. Grundlage hierfür war das Buch „Eltern Stärken“ von Johannes Schopp. Ich habe während meiner Seminare „die Mitte“ gestaltet, indem ich bestimmte Gegenstände als Symbole für die „Dialogischen Kernfähigkeiten“ und „Einladung zum Dialog“ gewählt habe.

Mit dem Herzen fing alles an! Es war ein Geschenk zum Abschluss der Weiterqualifizierung zur Elternbegleiterin. Es folgte das Fragezeichen, dank einer lieben Teilnehmerin. Die meisten Impulse für meinen Koffer nahm ich neben bereichernder Kontakte aus dieser Weiterqualifizierung mit. Irgendwie haben mich dann auch die anderen Symbole nach und nach gefunden. Dieser Koffer begleitet mich nun bei allen Veranstaltungen und hat sich vor allem als eine wunderbare Einführung in den Dialog erwiesen.

Ich möchte DICH ermutigen, DEINEN DIALOGKOFFER zusammen zu stellen und für Seminare und/oder Beratung einzusetzen. Kopieren ist diesmal ausdrücklich erlaubt! Viel Spaß dabei!

Justina Klang

 


 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 10 Dialog-Werkzeuge, die als Symbole für Kompetenzen der Dialogischen Haltung stehen

Würfel

  • Die Haltung eines Lernenden verkörpern
  • Perspektive wechseln

Tiger

  • Stark sein und die eigenen Stärken kennen und wertschätzen
  • Respekt zeigen

Fenster

  • Sich öffnen
  • Produktiv plädieren – den Denkprozess offen legen

Herz

  • Von Herzen sprechen

Ohr und Watte

  • Zuhören und verstehen wollen „Watte aus dem Ohr –in den Mund“

Schnecke

  • Den Dialog verlangsamen „Entschleunigung“

Fragezeichen

  • Die Haltung eines „Nichtwissenden“ einnehmen

Goldene Brille

  • Wertschätzung zeigen
  • Den Blick nach Innen richten

Giraffe

  • Gewaltfreie Kommunikation anwenden

Feder

  • Leichtigkeit und Freiheit leben

(Copyright Fotos: Justina Klang)

mit Rechten reden – ein Leitfaden
Leo / Steinbeis / ZornKlett-Cotta 2017
ISBN 978-3-608-96181-2
183 Seiten, € 14,00

Gleich zu Beginn räumen die drei Autoren mit einer Illusion auf. Ihr Leitfaden – im Sinne eines Ratgebers How-to-do-it – ist gar keiner. Sie wollen keine Ratschläge geben und wenden sich auch nicht an eine bestimmte Zielgruppe, beispielsweise an Menschen, die sich selbst als Linke bezeichnen. Sie haben nicht den Anspruch, zu erklären, wie „man mit Rechten reden muss“, sondern sie analysieren zunächst das sogenannte Sprachspiel der Rechten. Damit bezeichnen sie eine bestimmte Art zu reden. Bei näherem Hinsehen sei „rechts“ keine eingrenzbare Menge von Überzeugungen, sondern eine reaktive Rede gegen die liberale, demokratische Öffentlichkeit, die sich in der Krise befinde.

Das Sprachspiel der Rechten besteht hauptsächlich aus Provokationen, Brechen von Tabus, unbelegten Behauptungen und kalkulierten Lügen. Sie setzen auf die darauf folgende erwartbare moralische Empörung der von ihnen verachteten Gutmenschen, die sie nutzen, um den gesellschaftlichen Diskurs immer weiter nach rechts zu verschieben. Zu dieser Strategie gehört auch die ständige Polarisierung rechts – links: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns! eine beliebte Zuspitzung aller autoritären Regime. Um diese Falle in der inhaltlichen Auseinandersetzung zu umgehen, bezeichnen sich die Autoren konsequenterweise als Nicht-Rechte. Damit wird die Trennlinie zwischen Demokraten und Nicht-Demokraten für mich tatsächlich deutlicher.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, in einen produktiven Dialog zu kommen, sehen die Autoren in einem  selbstkritischen Hinterfragen einer moralischen Haltung, die oft in dem Gewand der Überheblichkeit und des nicht verstehen Wollens daherkommt. In einem Abschnitt des Buches – das seine Inhalte in verschiedenen literarischen Formen vermittelt – wird die politische Situation in Form eines fantastischen Theaterstückes beschrieben. Alle politischen Akteure, Mehrheiten, Minderheiten, Demokratiefans und -verweigerer sowie das Publikum gestalten zusammen das Geschehen auf der Bühne. Ein großes Vergnügen für mich, die wirklich brennenden Fragen an unser Gemeinwesen in dieser gleichzeitig abstrakten und sehr konkreten Weise vor Augen geführt zu bekommen. Die „Linke“ beispielsweise hat ihren Spiegel verhängt und durch ein riesiges ideales Selbstportrait ersetzt. Die „Rechte“ erkennt die Schwachstellen in diesem Selbstbild, die Widersprüche, die Leerstellen, die Störanfälligkeit und die erwartbaren Reaktionen auf rechte Provokationen. Vor allem die Bereitschaft ihrer „Feinde“, mit verbaler oder realer Gewalt zu reagieren, nutzen Rechte für ihre Inszenierung als Opfer. Mit zunehmender Lust an der Rolle des Täters, des gerechtfertigten Rächers. Gerade diese Selbstdarstellung, die ständig zwischen Opfer und Täter hin und her wechselt, verhilft ihnen zu Sympathien von Menschen, die sich mit einem dieser Aspekte oder sogar beiden identifizieren können.

Im Dialog heißt es, Annahmen, Vermutungen und Bewertungen in der Schwebe zu halten. Bis sie einer – möglichst immer wieder erfolgenden – Überprüfung standhalten. Vielleicht wäre dieses ein Weg mit „Rechten“ ins Gespräch zu kommen: Nach Belegen für die aufgestellten Behauptungen zu fragen. Und nach den Konsequenzen einer Haltung, die auf Ausgrenzung, Abwertung und Verachtung von Menschen setzt. Die die kollektive Kraft der Selbstermächtigung als Rezept gegen Angst und Wut beschwört. Die ihr HEIL in einer nationalen Volksgemeinschaft, einer Leitkultur sieht, zu der alle „Fremden“ ausdrücklich nicht gehören.

Was lerne ich daraus? Im Kontakt mit Menschen, die erkennbar dieser Haltung anhängen, möchte ich eine fragende Zuwendung entwickeln. Statt eine moralisch aufwallende Empörung zu zeigen, die ein echtes Gespräch unmöglich macht. Im Sinne der Gewaltfreien Kommunikation möchte ich lieber auf die Appelle hinter den Worten hören. Die Schattenseiten der Globalisierung, die rücksichtslose Ver- und Entwertung von Menschenleben und Naturressourcen im Kapitalismus – all dies macht mir auch Angst und lässt mich manchmal verzweifeln. Ich verstehe mich allerdings als Weltbürger, Europäer und Rheinländer (von Geburt), in dieser Reihenfolge. Das reicht für eine „Identität“ und führt mich zu anderen Antworten. Und mein Gegenüber kann diese Antworten vielleicht besser aufnehmen, wenn ich es schaffe, respektvoll zuzuhören.

# Jens Kotulla, Mannheim 16.01.18

Gerne schlendere ich durch Buchläden. Bücher haben für mich etwas Magisches. Ich erinnere mich an Bücher von meiner Oma in Altdeutscher Schrift, wie ich diese mit der Taschenlampe als Kind unter meiner Bettdecke heimlich gelesen habe. Ein Buch von Til Eulenspiegel ist mir in Erinnerung geblieben.
An einem sonnigen Tag, lief ich ziellos in einer Stadt umher. Treiben lassen, nichts denken. Lebendigkeit und Lebensfreude pur.
Und dann war es da. Dieses Buch von Arun Gandhi „Wut ist ein Geschenk“ Ich erinnere mich an diesen Moment. Ein Gefühl von beschwingt, aufgeregt und erfreut war in mir. Sinnhaftigkeit und Selbstwertschätzung in meinem Sein durchströmten mich.

Aufgewachsen bin ich in einer Familie mit vielen unausgesprochenen wütenden aggressiven Anteilen. Als Kind war ich nach außen ruhig, zurück gezogen und funktionierend. Meine Bedürfnisse fanden kaum Ausdruck und Raum.
Als Jugendliche traf mich meine Aggression, wie ein Sturm. Ungefiltert – Unvorbereitet – Wertend – Verbal als auch körperlich ausdrückend. Mein Umfeld war erschrocken über meine Aggression. Ich höre meine Mutter heute noch deutlich zu mir sagen: „Ich weiß nicht woher diese Wut kommt.“
Für mich war es mein erwachtes inneres Kraftwerk und es zeigte sich eher destruktiv. Ich gab anderen die Schuld für meine Wut und schämte mich auch, wie diese den Ausdruck bei mir fand.
Den Kontakt zu mir, zu meinen Gefühlen und die damit zusammenhängenden Bedürfnisse zu erkennen und die Verantwortung dafür zu übernehmen, dauerte einige Jahre und dauert bis heute an. Die Gewaltfreie Kommunikation war und ist für mich dabei ein wichtiger Baustein.

„Wir sollten uns nicht für unsere Wut schämen. Sie ist eine sehr gute und mächtige Sache, die uns motiviert. Aber wofür wir uns schämen müssen, ist die Art, wie wir sie missbrauchen.“ Mahatma Gandhi

Ich fragte mich oft als Frau ob meine Wut-meine Aggression sein darf. Wenn ich über Aggression nachdenke neige ich dazu dies als etwas schlechtes zu werten. Dies darf nicht sein. Ich stelle Vergleiche auf. Gedanken wie:„Aggressionen bei einem Mann sind normal, aber bei einer Frau nicht. Frauen haben eine gewisse Feundlichkeit an den Tag zu legen.“ Ich darf mich als Frau nicht mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen ausdrücken.

Selbstempathie in meinem Sein ist damit kaum möglich und somit kann ich meine Bedürfnisse nicht erkennen und erfüllen. Das Recht als Frau sich selbst auszudrücken ist keine Selbstverständlichkeit. Dies ist anscheinend auch im neuen deutschen Bundestag angekommen. Der Frauenanteil ist so gering wie zuletzt vor 19 Jahren.

Dieses „Nichtrecht“ im Ausdruck gebe ich mitunter in Verhaltensmustern als Mutter an meine Kinder weiter und das kann mitunter Auswirkungen auf ein gesundes Selbstwertgefühl des Kindes haben. Der konsequente und eigenverantwortliche Umgang und mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen gilt als Stärkung der Empathiefähigkeit – ist Grundverständnis und Quelle dafür, unseren Kindern vorzuleben gut für sich Sorgen zu können. Wenn Kinder authentische Beziehung erfahren, ist dies gleichzeitig Grunderlebnis für echte Hilfsbereitschaft und Teilhabe. Die Kinder erfahren so, dass sie gewollt sind und wollen anderen Beziehung anbieten.

Für mich ist es ein erster wichtiger Schritt meine Denkmuster zu durchbrechen. Mir bewusst zu machen, dass Wut sein darf.
Vom Verständnis der Gewaltfreien Kommunikation ist Wut ein Alarmsignal. Es sollte nicht als etwas schlechtes angesehen, abgelehnt oder unterdrückt werden. Wenn wir auf diese Weise mit Wut umgehen findet sie ihren Weg in Destruktivität die für uns und andere sehr gefährlich sein kann.
Bei Wut und Aggression unseren Gefühlen und den dahinter liegenden Bedürfnissen wahrzunehmen, anzunehmen und wertzuschätzenden Ausdruck zu verleihen führt hin zu einem konstruktiven Umgang mit mir selbst und mit anderen.

„Wut ist für einen Menschen, wie Benzin für ein Auto-sie treibt uns an, damit man weiterkommt, an einen besseren Ort. Ohne sie hätte man keinerlei Motivation, sich einen Problem zu stellen.“ Mahatma Gandhi

Ohne konstruktive Aggression würden wir keinen Sport machen, Veränderungen bewirken, jemanden verführen, Sexualität leben, unsere Kinder beschützen, unsere eigenen Grenzen bestimmen können. Einen Sozialen Wandel im Sinne der Gewaltfreien Kommunikation, nicht voran bringen.

Ein Wort noch zu Kindern und Jugendlichen die destruktive Aggression zeigen. Wir als Frauen im familiären als auch im beruflichen Kontext sind gleichberechtigt mit Männern dafür verantwortlich diesem Thema Aggression wert- und moralfrei zu begegnen und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen ihre Gefühle und Bedürfnisse herauszufinden. Dies beginnt im Beziehungsangebot, wofür wir als Erwachsene zu hundert Prozent verantwortlich sind und dem gemeinsamen Vorleben. Der Kreis schließt sich mit Fragen: „Wo hat meine Wut einen Platz?“„Wie lebe ich meine Wut als Frau?“

Ich würde mich gerne diesen Fragen gemeinsam mit euch, als Fragen des sozialen Wandels in dialogischen Kreisgesprächen stellen. Miki Kashtan greift den Dialog als ein Element für den sozialen Wandel auf.

Mit dem Dialog werden Vertrauensräume geschaffen. Ich kann über das reden, was mich gerade bewegt, ohne dass das Gesagte bewertet wird. Im Dialog erfahre ich Wertschätzung, Zugehörigkeit, Anerkennung, Respekt und Vertrauen in mich selbst. Ein wirklicher Austausch und ein gemeinsames Denken und Lernen findet statt (Containern). Eine dialogische Intelligenz kann sich entwickelt.

„Dialogische Intelligenz kann im Dialog miteinander gelernt, entwickelt und vertieft werden: im konkreten, praktischen Dialog, nicht im theoretischen Studium. Jeder bringt sein eigenes Potential zum Denken, Sprechen und Zuhören, zur Reflexion und zur Beziehung mit. Diese Fähigkeit zu vertiefen ist eine Lebensaufgabe. Eine Aufgabe, die in Beziehung und Gemeinschaft gelöst werden kann und zugleich die Gemeinschaft stärkt und entwickelt – die an Schwierigkeiten nicht scheitern muss, sondern sich gerade daran entwickeln kann.“ (Martina Hartkemeyer, Johannes Hartkemeyer, Tobias Hartkemeyer, Dialogische Intelligenz, Verlagsgesellschaft Brüll & Heisterkamp KG, 2015)

Liebe Frauen lebt eure Wut! Ja, ich als Frau habe ein Recht auf Authentizität und Ausdruck. Die Veränderung beginnt bei mir und es erfordert Mut Unsicherheiten zu zu lassen. Ich möchte euch einladen dies im Dialog auszudrücken und gemeinschaftlich zu erleben.

Seminarangebot auf Anfrage Dialog und GFK: www.Dialoggiraffe.de
Dialog Wut – Frau Sein mit dem Kennenlernen der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B.Rosenberg

Janet Jenichen

 


Foto „STOP!“: © André Gödecke

Gründungsveranstaltung am 3. Dezember 2017 in Potsdam (1. Advent), 10 – 17 Uhr


Es trafen sich Eva Kirchhoff, Frank Schubert und Jens Kotulla (als Initiatoren) mit André Gödecke, Beate Lieb und Doris Stalp-Kotulla. Zur Namensgebung: Die Gruppe hieß erst Dialog und Politik. Sie hat dann nach einer kurzen Zwischenstufe (Dialog in der Politik) ihren endgültigen Namen gefunden: Dialog in die Politik! Weiterlesen

Unser heutiger Paardialog war in vielerlei Hinsicht erhellend und fruchtbar. Und lustig war der Abend auch. Der angekündigte Zeitrahmen von 18 bis 21 Uhr, mit einer Pause von 15-20 Minuten, wurde eingehalten.

Zusammen mit Doris und mir sind wir vier Paare; wie üblich im Kreis sitzend, mit einem niedrigen runden Tisch in der Mitte. Darauf verschiedene Redegegenstände und eine Kerze. Nach der Check In-Runde schlagen wir als kleine Einstiegsübung ein Zwiegespräch vor. Das Motto des Abends „Zeugen der Entwicklung“ wollen wir vertiefen, indem die TeilnehmerInnen wechselweise sowohl die Perspektive des Zeugen des Lebens des anderen einnehmen; als auch das eigene Leben mit dem Blick eines so nahen Menschen bezeugt sehen.

Jedes Paar zieht sich für zweimal fünf Minuten zurück. Die PartnerInnen schildern sich gegenseitig ihre Erinnerungen an Situationen, in denen sie die „Augen-, Ohren- und Herzens- Zeugenschaft“ des/der anderen als besonders hilfreich erlebt haben. Die anschließende Dialogrunde fördert Überraschungen, Erstaunen und einige Aha-Erlebnisse zutage. Es macht den Paaren sichtlich Freude, sich gegenseitig zu erinnern. Es wird viel gelacht und ich genieße die leichte, vertraute Atmosphäre. Vermutlich ist diese auch durch die salutogenetische Fragestellung bedingt.

Nach der Pause steht plötzlich ein schönes neues rotes Fahrrad in der Mitte, der kleine Tisch ist jetzt auf die Ebene des Stuhlkreises gerückt. Jede/r findet auf seinem Sitz vier Zettel, 2 rote und 2 orange. Auf der Flipchart erscheint die Übung „Das Fahrrad unseres Lebens“: Auf je einen roten und orangenen Zettel  wird der eigene Name geschrieben. Auf die anderen beiden der Name des/der PartnerIn.

Die Gruppe beginnt, das Fahrrad mit den Zetteln zu bekleben. Alle verteilen zuerst ihre zwei roten Zettel mit der Frage „Welcher Teil des Fahrrads symbolisiert den Beginn unserer Beziehung? Und zwar meine eigene damalige Rolle und die meines/r PartnerIn, wie ich sie damals erlebt habe“. Dann die zwei orangenen Zettel für den Stand unserer Beziehung wie ich sie heute erlebe. Die Erläuterungen der Einzelnen zu ihrer Auswahl von Lenker, Bremse, Klingel oder Licht, Gepäckträger, Rahmen oder Pedale werden von der Gruppe mit viel warmen Interesse und Humor aufgenommen. In dem anschließenden Dialog auf der Metaebene und in der Check Out-Runde ist die Atmosphäre geprägt von Freude an der Begegnung und Dankbarkeit für die Möglichkeiten, die der Dialog bietet. Wieder einmal zeigt sich, wie bereichernd für die Einzelnen und die Paarbeziehung eine solche Vertiefung der wesentlichen Fragen sein kann.

Normalerweise treffen wir, die MitstreiterInnen vom „Dialog unter freiem Himmel“, uns in der warmen Jahreszeit im Park. Angesteckt und ermutigt durch allerlei Inspirationen im Rahmen einer Veranstaltungsreihe namens TROTZDEM-Festival verlegten wir jedoch den letzten Dialog auf den Halleschen Marktplatz – direkt vor das Rathaus. Weiterlesen

…meine Stille war wie eines Steines, über den der Bach sein Murmeln zieht.“

Wie gebannt starre ich auf diese Zeile in Rilkes Gedicht, und seufze unkontrolliert auf, so dass ein Mitreisender vom anderen Ende des Abteils irritiert zu mir herüber schaut. All die Familienfeiern, Kaffeetafeln, Dienstberatungen, Teamdebatten, Partys, in denen ich gelähmt und schweigend endlose Wortfluten über mich ergehen ließ – sie kommen mir jetzt in den Sinn und dazu der Schmerz über soviel Aushalten und vergeudete Lebenszeit … Weiterlesen