Unser heutiger Paardialog war in vielerlei Hinsicht erhellend und fruchtbar. Und lustig war der Abend auch. Der angekündigte Zeitrahmen von 18 bis 21 Uhr, mit einer Pause von 15-20 Minuten, wurde eingehalten.

Zusammen mit Doris und mir sind wir vier Paare; wie üblich im Kreis sitzend, mit einem niedrigen runden Tisch in der Mitte. Darauf verschiedene Redegegenstände und eine Kerze. Nach der Check In-Runde schlagen wir als kleine Einstiegsübung ein Zwiegespräch vor. Das Motto des Abends „Zeugen der Entwicklung“ wollen wir vertiefen, indem die TeilnehmerInnen wechselweise sowohl die Perspektive des Zeugen des Lebens des anderen einnehmen; als auch das eigene Leben mit dem Blick eines so nahen Menschen bezeugt sehen.

Jedes Paar zieht sich für zweimal fünf Minuten zurück. Die PartnerInnen schildern sich gegenseitig ihre Erinnerungen an Situationen, in denen sie die „Augen-, Ohren- und Herzens- Zeugenschaft“ des/der anderen als besonders hilfreich erlebt haben. Die anschließende Dialogrunde fördert Überraschungen, Erstaunen und einige Aha-Erlebnisse zutage. Es macht den Paaren sichtlich Freude, sich gegenseitig zu erinnern. Es wird viel gelacht und ich genieße die leichte, vertraute Atmosphäre. Vermutlich ist diese auch durch die salutogenetische Fragestellung bedingt.

Nach der Pause steht plötzlich ein schönes neues rotes Fahrrad in der Mitte, der kleine Tisch ist jetzt auf die Ebene des Stuhlkreises gerückt. Jede/r findet auf seinem Sitz vier Zettel, 2 rote und 2 orange. Auf der Flipchart erscheint die Übung „Das Fahrrad unseres Lebens“: Auf je einen roten und orangenen Zettel  wird der eigene Name geschrieben. Auf die anderen beiden der Name des/der PartnerIn.

Die Gruppe beginnt, das Fahrrad mit den Zetteln zu bekleben. Alle verteilen zuerst ihre zwei roten Zettel mit der Frage „Welcher Teil des Fahrrads symbolisiert den Beginn unserer Beziehung? Und zwar meine eigene damalige Rolle und die meines/r PartnerIn, wie ich sie damals erlebt habe“. Dann die zwei orangenen Zettel für den Stand unserer Beziehung wie ich sie heute erlebe. Die Erläuterungen der Einzelnen zu ihrer Auswahl von Lenker, Bremse, Klingel oder Licht, Gepäckträger, Rahmen oder Pedale werden von der Gruppe mit viel warmen Interesse und Humor aufgenommen. In dem anschließenden Dialog auf der Metaebene und in der Check Out-Runde ist die Atmosphäre geprägt von Freude an der Begegnung und Dankbarkeit für die Möglichkeiten, die der Dialog bietet. Wieder einmal zeigt sich, wie bereichernd für die Einzelnen und die Paarbeziehung eine solche Vertiefung der wesentlichen Fragen sein kann.

Jens Kotulla ist eine Fernsehsendung mit Bezug zu unserem Verständnis von Dialog aufgefallen. Es handelt sich um eine Dokumentation, die am 7. November auf 3Sat lief: „Ab 18! – Egal gibt es nicht“

Es wurde eine Kampagne von jungen Leuten begleitet, die ein Jahr lang vor der Bundestagswahl in der Republik rumgereist sind und das Gespräch mit potentiellen AfD-WählerInnen gesucht haben. Das Motto und die Haltung der Kampagne: Radikale Höflichkeit

Jens Kotulla wendet sich mit folgendem Anliegen an Vereinsmitglieder und Interessierte:

Liebe Interessierte, liebe Freundinnen und Freunde,

auf dem Herbstfest des Vereins am 2. Oktober gab es auch einen Dialog zum Thema „Wie und wo könnten bzw. sollten wir uns als Verein einbringen, damit aus politischen Streitprozessen dialogische Prozesse werden?“  (* Näheres siehe unten)

Während der Mitgliederversammlung am nächsten Tag wurde dann die Einladung zu einer Gruppe ausgesprochen, um diese Frage weiter zu vertiefen. Deshalb rufen jetzt die Unterzeichner*innen – Eva Kirchhoff, Frank Schubert und Jens Kotulla – dazu auf, eine Initiativ-Gruppe (IG) Dialog und Politik innerhalb des Vereins Im Dialog e.V. zu gründen.

Das erste Treffen wird in Ostdeutschland stattfinden, auch um den Kolleg*innen aus den östlichen Bundesländern die Teilnahme zu erleichtern. Termin ist am Sonntag, den 3. Dezember 2017 in Potsdam, ab 10 Uhr in der Jugendherberge „Haus der Jugend“, Schulstraße 9, 14482 Potsdam. Dort sind auch Übernachtungen möglich.

Rückfragen bitte an Frank Schubert (f.schubert[at]email.de), bei Interesse bitte angeben, ob 1 oder 2 (oder mehr) Nächte von Frank gebucht werden sollen. Es gibt Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmer.

Vorgeschlagener Ablauf

Samstag, 02.12., 19:00, am Vorabend führt uns Frank durch seine Stadt Potsdam. Überraschungen inklusive.

Sonntag, 03.12., 10:00, Beginn des Dialogs „Was kann bzw. soll eine solche Initiative bewirken?“

11:30 Kaffeepause

13:00 Mittagessen

14:00 2. Dialog: „Wie kann bzw. soll die praktische Umsetzung aussehen?“

15:30 Kaffepause

15:45 3. Dialog: „Nächste Schritte?“

16:15 Ende

* Zum Herbstfest-Dialog „Wie und wo könnten bzw. sollten wir uns als Verein einbringen, damit aus politischen Streitprozessen dialogische Prozesse werden?“

Viele äußerten ein Unbehagen angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen. Es wurde auch sichtbar, dass der Dialog als ein heilsamer Weg gesehen wird, miteinander friedlicher in der Gesellschaft umzugehen. Derzeit ist der Diskurs oft von völligem Unverständnis für die jeweils andere politische Meinung geprägt.

Die Rolle des Vereins in diesem Spannungsfeld blieb am Ende offen. Das Meinungsspektrum ging von Einmischen bis Nicht-Einmischen. Die Gruppe von zunächst drei Mitgliedern möchte in dieser Frage initiativ werden. Vorrangig geht es um das Ausloten und die Praktizierung des Dialogs auch auf politischen und gesellschaftlichen Konfliktfeldern, nicht um politische Inhalte. Das lässt die Satzung in ihrer Zweckbestimmung zu.

Art of Hosting (AoH) ist die Kunst eines Gastgebers, Räume für gute Gespräche zu ermöglichen. Damit können heterogene Gruppen wie bei (Jugend- und Bürgerbeteiligungsprozessen üblich) in gute Dialoge geführt und gemeinsam handlungsfähig werden. Mit Hilfe kraftvoller Methoden gelingt es, die „Weisheit der Vielen“ zusammenzutragen und konkrete Projekte zu entwickeln.

AoH ist Haltung und Methode, die Lösungen mit breiter Zustimmung und Energie zur Umsetzung eröffnen. So können komplexe Herausforderungen in Kommunen, Organisationen, Kirche, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bearbeitet werden: damit Lebendigkeit und Veränderungswille in Gruppen entstehen und ein AUFBRUCH möglich wird.

Noch in diesem Jahr lädt Christian Hörl als Teil eines Hostingteams zu Trainings ein. Weitere Informationen als PDF hier und hier.

Wir laden alle Mitglieder und Interessierte herzlich zum Herbstfest und zur
Mitgliederversammlung 2017 ein.

Beginnen werden wir am Montag, den 02. Oktober, um 14.00 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Dann nehmen wir uns Zeit und Raum für Dialogrunden. Den Abend begehen wir mit einem Fest im Hof des ehemaligen Rittergutes der Familie Syberg vom Busch.

Am Dienstag, den 03. Oktober, findet von 10.30 – 13.30 Uhr die Jahreshauptversammlung statt. Hierzu folgt noch eine gesonderte Einladung mit der Tagesordnung. Wir enden mit einem gemeinsamen Mittagessen. Es besteht die Möglichkeit, im Haus Busch für nur 40 Euro inkl. Frühstück zu übernachten. Es würde uns freuen, wenn möglichst alle davon Gebrauch machten. Das fördert die Gemeinschaft.

Der Tagungsbeitrag für Mitglieder beträgt 20,00 € für beide Tage (inklusive Kaffee/Kuchen und Abendessen am 02.10. und Mittagessen am 03.10.).
Für Nicht-Mitglieder werden Kosten von 20,00 € pro Tag berechnet.
Da es sich um ein Gesamtpaket mit Pauschalpreisen handelt, bitten wir um möglichst frühe verbindliche Anmeldung (insbesondere bei Übernachtungswunsch), spätestens bis zum 17. September 2017 unter: johannes.schopp[at]im-dialog-ev.de

Die Tagungsbeiträge werden vor Ort in bar eingesammelt.

Herzlich Euer Vorstand
Inge Willwacher, Johannes Schopp und Uta Nagel

Einladung als PDF

Anmeldebogen als Word-Dokument

Nun besteht für Vereinsmitglieder die Möglichkeit, sich in einen internen Bereich einzuloggen, um mehr voneinander zu hören, Fragen zu bewegen, Materialien zu teilen etc. …

Das Mitgliederforum ist nicht-öffentlich, d.h. nur registrierte und eingeloggte Benutzer haben Zugriff darauf. Ein SSL-Zertifikat sorgt für verschlüsselte Datenübermittlung. Der Login befindet sich im  Hauptmenü bzw. unten rechts am Fuß der Seite.
Interessierte (Voraussetzung: Mitgliedschaft Im Dialog e.V) senden Bitte eine Mail an buero[at]andregoedecke.de

 

Normalerweise treffen wir, die MitstreiterInnen vom „Dialog unter freiem Himmel“, uns in der warmen Jahreszeit im Park. Angesteckt und ermutigt durch allerlei Inspirationen im Rahmen einer Veranstaltungsreihe namens TROTZDEM-Festival verlegten wir jedoch den letzten Dialog auf den Halleschen Marktplatz – direkt vor das Rathaus. Weiterlesen

…meine Stille war wie eines Steines, über den der Bach sein Murmeln zieht.“

Wie gebannt starre ich auf diese Zeile in Rilkes Gedicht, und seufze unkontrolliert auf, so dass ein Mitreisender vom anderen Ende des Abteils irritiert zu mir herüber schaut. All die Familienfeiern, Kaffeetafeln, Dienstberatungen, Teamdebatten, Partys, in denen ich gelähmt und schweigend endlose Wortfluten über mich ergehen ließ – sie kommen mir jetzt in den Sinn und dazu der Schmerz über soviel Aushalten und vergeudete Lebenszeit … Weiterlesen